Franziska zu Reventlow und Otto Gross

“Fanny zu Reventlows Beziehung zu Gross - dies aber nur eine persönliche Einschätzung - scheint mir nicht so bedeutend, wie sie wohl gelegentlich dargestellt wird. Sie lernt ihn im Juli 1907 in München kennen, im Zusammenhang des 'Ascona-Komplotts', das sie mit Mühsam bezüglich der späteren Scheinehe mit dem Baron zu Rechenberg-Linten schmiedet und das auf Umwegen und unter Verwandlungen neun Jahre später zum 'Geldkomplex' (1916) führt , worin natürlich das Gross-Erlebnis verarbeitet wird, - womöglich aber doch nur mit fiktionaler, nicht biographisch-realer Signifikanz. Fanny erwähnt Gross im Tagebuch, Juli 1907, dreimal, darunter zweimal nur nebenbei, einmal ausführlicher, weil er ihr etwas Hübsches gesagt hat: 'Dr. Gross sagt, ich hätte den Zug gewaltsamer Selbstbeherrschung verloren u. sähe viele weicher aus. Das ist ja immer meine Angst, etwas Hartes, Scharfes zu bekommen, was ich ja hasse. Weil es aufgezwungen ist …'” (Jürgen Gutsch, Mail vom 31. Oktober 2004)


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Das Tabu für Mord ist die strengste Regel, die unsere Rechtssysteme anwenden, und sie hat es so einfach gebrochen.
Aber nur, weil sich ihr Wahnsinn mit dem Reggies verbunden hat. Ähnlich wie die Begegnung zwischen Hitler und Himmler.
Hitler hat Postkarten gemalt und Himmler Hühner gezüchtet, glaube ich. Zusammen verursachten sie den Holocaust.

(Janwillem van de Wetering, Massaker in Maine, Reinbek bei Hamburg 2002, S. 295)