
Am 9. November 2026 jähren sich zum 88. Mal die Novemberpogrome von 1938 – vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im Deutschen Reich. Mit einem Tag Verspätung wurde damals in der Nacht vom 10. auf den 11. November die Bückeburger Synagoge in der Bahnhofstraße geschändet, das Gotteshaus selbst und die jüdischen Kaufhäuser von Leo Rautenberg in der Schulstraße 21 und von Adolf Wertheim Lange Straße 15 geschlossen.
Die Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitung der Nazizeit in Bückeburg stützt sich längst auf eine aktive Erinnerungskultur. So wurden in der Zeit von 2005 bis 2011 insgesamt 49 Stolpersteine in der Stadt auf Initiative der Geschichtswerkstatt der Herderschule verlegt.
Der Wunsch, dass jüdisches Leben in Deutschland nie wieder bedroht werde, erfährt aktuell allerdings eine traurige Wiederlegung: Menschen jüdischer Herkunft, die die traditionelle Kopfbedeckung, die Kippa, tragen, werden bedroht, gewisse Kreise rufen offen zum Boykott israelischer Produkte auf, vereinzelt wird versucht, Menschen jüdischer Herkunft am Besuch von Lokalitäten zu hindern, Stolpersteine werden beschädigt, entfernt oder geschändet. Bundesweit sorgt der Beschluss des Stadtrats im sächsischen Heidenau für Empörung, dort keine weiteren Stolpersteine zu verlegen und erst jüngst wurde das Wohnhaus in Obernkirchens Lange Straße 25, vor dem 2017 ein Stolperstein für Dr. med. Wolrad Marc verlegt wurde, Ziel einer antisemitischen Attacke.
Dieser Entwicklung muss mit Entschiedenheit entgegen getreten werden. Am 9. November 2026 ist Gelegenheit, dies deutlich zum Ausdruck zu bringen!
Die Einwohner der Stadt gedenken der Opfer der Novemberpogrome und des Nazi-Terrors mit einer
Gedenkfeier am Gedenkstein hinter dem Stadthaus (Marktplatz 3), Beginn 11:00 Uhr
Nach der Gedenkfeier startet die
Stolperstein-Putzaktion des Arbeitskreises „Gelebte Erinnerung – Stolpersteine in Bückeburg“
um 11:45 Uhr am Marktplatz vor dem Rathaus.
Interessierte sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.