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Name:
Berman-Jurin, Konon (auch: Stauer, Hans-Hermann)
Geboren:
14. November 1901, Ilukste/Kurland
Bio:

Sohn einer kleinbürgerlichen Familie. Er besuchte die Mittelschule und lernte von 1920 bis 1922 in Riga Schlosser. Von 1921 bis 1923 aktives Mitglied der KP und des KJV Lettland, emigrierte 1923 wegen drohender Verhaftung nach Deutschland. Er wurde unter dem Parteinamen Hans(-Hermann) Stauer Mitglied der KPD, 1927 Agitpropleiter der BL Berlin-Brandenburg und Mitglied des Sekretariats. Ende 1931 vom ZK gerügt, weil er Alexander Emel bei Schulungsveranstaltungen der Berliner KPD "falsche Ansichten" verbreiten ließ. Seiner Funktion enthoben, wurde er Mitarbeiter der Orgabteilung der BL. Ab März 1933 in der Sowjetunion, im Apparat der Komintern tätig. Im Mai 1936 vom NKWD verhaftet, er wurde beschuldigt, zusammen mit Fritz David im Auftrage Trotzkis ein Attentat auf Stalin vorbereitet zu haben. Stauer/Berman-Jurin war Mitangeklagter im ersten Moskauer Schauprozeß gegen Sinowjew, Kamenew u. a. Er "gestand" alle ihm zur Last gelegten Verbrechen. Angeblich war er im November 1932 mit Trotzki in Kopenhagen zusammengetroffen und hatte von diesem direkt den Auftrag zu "terroristischen Akten" erhalten. Am 24. August 1936 wurde Berman-Jurin zum Tode verurteilt und erschossen. Über ihn und die anderen "jungen Angeklagten" des Sinowjew-Prozesses schrieb Trotzki: "Das sind alles jüdische Intellektuelle, und zwar nicht aus der UdSSR, sondern aus den Nachfolgestaaten, die früher Teile des zaristischen Rußlands waren (Litauen, Lettland usw.). Ihre Familien sind seinerzeit vor der bolschewistischen Revolution geflüchtet, die Vertreter der jüngeren Generation aber haben sich dank ihrer Beweglichkeit, Anpassungsfähigkeit, Sprachenkenntnis, insbesondere des Russischen, nicht schlecht im Apparat der Komintern eingerichtet. Durchweg Abkömmlinge des kleinbürgerlichen Milieus, ohne Verbindung mit der Arbeiterklasse irgendeines Landes, ohne revolutionäre Stählung, ohne ernste theoretische Vorbereitung, wurden diese gesichtslosen Beamten der Komintern stets dem letzten Zirkular gehorsam, zu einer wahren Geißel der internationalen Arbeiterbewegung."

Tod:

Am 24. August 1936 zum Tode verurteilt und erschossen

Web:
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=5232
Literatur:

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
arrow Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Korrekturempfehlungen oder Ergänzungen:
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Es genügt nicht,

keine Meinung zu haben.

Man muß auch unfähig sein,

sie auszudrücken.

 

(Wolfgang Neuss)