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Name:
Guralski, Samuel (auch: Kleine, August; Lepetit, Auguste; Rústico; Arnold)
Geboren:
10. April 1890, Riga
Bio:

Geboren als Abram Jakowlewitsch Heifetz (Abram Jakovlevic
Chejfec), Mitglied des jüdischen „Bund“, wo er den Namen Samuel Guralski verwendete. Im Mai 1917 kehrte er aus dem Exil in der Schweiz nach Rußland zurück. Nach Gründung der Komintern wurde er nach Deutschland entsandt, wo er unter dem Namen August Kleine auf dem 8. Parteitag 1923 in die Zentrale der KPD gewählt wurde. Er beteiligte sich 1923 an der „Troika“ der militärischen Führung des „Deutschen Oktobers“. Anschließend war er als Auguste Lepetit in der Französischen KP tätig. Ab Ende der zwanziger Jahre befaßte er sich im Apparat der Komintern - zeitweise an führender Stelle - mit lateinamerikanischen Angelegenheiten und hielt sich als Rústico mehrere Jahre in Südamerika auf. Zu dieser Zeit war er innerhalb der Komintern wieder unter dem Namen Guralski bekannt. Im Jahre 1936 geriet er als Anhänger von Grigori Sinowjew in den Strudel der Stalinschen Säuberungen - er wurde verhaftet und zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Das Urteil wurde aus unbekannten Gründen im Mai 1938 wieder aufgehoben und Guralski freigelassen. Auch sein Parteiausschluß wurde aufgehoben, so daß er in der Folge eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen konnte. Während des Großen Vaterländischen Krieges arbeitete Guralski unter dem Namen Professor Arnold als Lehrer in Antifa-Schulen für deutsche Kriegsgefangene. U.a. war er im Kriegsgefangenenlager Nr. 27 in Krasnogorsk bei Moskau eingesetzt, wo zeitweilig auch Generalfeldmarschall Friedrich Paulus untergebracht war. Im Jahre 1948 wurde er erneut verhaftet und im März 1952 zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt. 1958 wurde er freigelassen und arbeitete anschließend als Historiker an der Moskauer Universität. Er starb 1960.

Web:
Literatur:

Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 116; Friedmann, Ronald: Arthur Ewert (1890-1959). Der Lebens- und Leidensweg eines deutschen Kommunisten auf drei Kontinenten. Potsdam, Univ., Diss, 2015, S. 41; Ulianova, Olga & Alfredo Riquelme Segovia (Eds): Chile en los Archivos Soviéticos 1922-1991. Tomo 3: Komintern y Chile entre 1935 y 1941 : comunismo, antifascismo y frente popular. Santiago de Chile: Centro de Investigaciones Diego Barros Arana; Ediciones de la Dirección de Bibliotecas, Archivos y Museos, 2017, S. 55

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
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