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Name:
Stanek, Josef
Geboren:
8. November 1911, Wiener Neustadt (Niederösterreich)
Bio:

Josef Stanek, geboren 1911 in Wiener Neustadt, war ein Sohn des gleichnamigen Sekretärs der Grazer Arbeiterkammer, der im Februar 1934 standrechtlich hingerichtet wurde. Josef Stanek jun. machte eine Lehre im Handel als kaufmännischer Angestellter in Graz und arbeitete später als Vertreter einer Glasfirma, machte Geschäftsreisen nach Holland und Frankreich. Stanek war ab 1928 Mitglied der SDAP und Kompaniekommandant im Grazer Schutzbund. Nach dem Februar 1934 trat er in die KPÖ ein und fungierte als Instrukteur der Roten Hilfe Österreich (RHÖ). Als Kurier der RHÖ fuhr er nach Wien, wo er am 6. September 1934 in einem Schrebergartenhaus in Wien-Hietzing verhaftet wurde. In der Folge wurde er zu viereinhalb Monaten Polizeiarrest verurteilt und anschließend in das Anhaltelager Wöllersdorf eingewiesen. Im Mai 1935 entlassen, fand er keine Arbeit in Österreich und emigrierte mit Zustimmung der KPÖ in die Tschechoslowakei, wo er sich bis zur Ausreise in die Sowjetunion im September 1935 im Emigrantenlager Zbraslav bei Prag aufhielt. Wo Stanek in Moskau arbeitete, ist nicht bekannt; vorübergehend hielt er sich jedenfalls auf der Krim auf und lernte dort eine russische Fotografin kennen, die er heiratete. Wegen Verbindungen mit dem Prager Philatelisten und Funktionär der Organisation Solidarität Dr. Gerhard Pollak, der als Trotzkist galt und kritischer Bemerkungen über das Leben in der UdSSR bezichtigt, wurde Josef Stanek von Landsleuten bei der Kaderabteilung der Komintern denunziert. Am 1. April 1936 wurde er verhaftet und am 27. September zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. In einem Lager im Gebiet Magadan wurde Stanek schließlich am 3. Februar 1938 wegen konterrevolutionärer trotzkistischer Tätigkeit zum Tode verurteilt und am 5. April 1938 erschossen. Das erste Urteil wurde vom Plenum des Obersten Gerichts der UdSSR am 30. Januar 1990 aufgehoben, das zweite durch Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR vom 16. Januar 1989.

Web:
www.doew.at/erinnern/biographien/oesterreichische-stalin-opfer-bis-1945/stalin-opfer-s/stanek-josef
Literatur:

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
arrow Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Korrekturempfehlungen oder Ergänzungen:
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