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Name:
Stammberger, Friedrich (Fritz), Dr. rer.oec.
Geboren:
13. Mai 1908, Rauenstein
Bio:
Vater Tischler; 1914-19 Volksschule; Stammberger war seit 1921 Mitglied im Kommunistischen Jugendverband und seit 1926 Mitglied der KPD. Nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer in Gotha war er in verschiedenen der KPD nahestehenden Verlagen und Agenturen als Layouter und auch journalistisch tätig, u. a. beim Internationalen Arbeiter Verlag, bei der Universum-Bücherei und ab 1932 bei Sojusfoto in Berlin, deren Vertretung er leitete und Mitglied der Berliner RGO-Leitung der Buchdruckerfraktion. 1933 emigrierte er über Amsterdam und Paris nach Moskau, wo er seine Tätigkeit für Sojusfoto fortsetzte und stellvertretender Leiter von deren Auslandsabteilung wurde. Als Korrespondent der in Prag erscheinenden Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ) nahm er 1936 an Papanins berühmter Arktisexpedition teil, bei der vermutlich zum ersten Mal Menschen den geographischen Nordpol betraten. Im Rahmen der \"Großen Säuberung“ wurde Stammberger 1937 verhaftet und zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt, die er in Norilsk verbrachte, wo er als geologischer Prospektor in der Erz-Exploration arbeitete. 1946 wurde er in Norilsk zwangsangesiedelt. Er wurde zunächst zum Geologietechniker im Erzkombinat ausgebildet; 1950 bis 1954 folgte ein Fernstudium der Geologie an der Polytechnischen Universität Tomsk, das er 1954 mit dem Diplom-Ingenieur abschloss. 1954 kehrte er in die DDR zurück, wo er die Zentrale Vorratskommission für Rohstoffe mit aufbaute und ab 1961 leitete. 1957 lernte er in Berlin Gabriele Haenisch kennen, die Witwe des Kommunisten Walter Haenisch und spätere Lebensgefährtin von Gregor Gog und heiratete sie. 1961 wurde er an der Bergakademie Freiberg zum Dr. rer oec. promoviert und 1966 Professor. Am 26. März 1978 verstarb Stammberger in Berlin. Nach seinem Tod wurde von seiner Witwe ein „Friedrich-Stammberger-Preis“ als sein Vermächtnis gestiftet, der seitdem jährlich vergeben wird, zunächst von der Gesellschaft für geologische Wissenschaften der DDR und seit der Wiedervereinigung von der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG).
Web:
de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Stammberger
Literatur:
Stammberger, Gabriele & Michael Peschke: Gut angekommen - Moskau. Das Exil der Gabriele Stammberger 1932-1954. Berlin: Basisdruck Verl., 1999

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
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