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Name:
Mühlböck, Ferdinand (auch: Mühlbeck, Herbert)
Geboren:
27. Mai 1905, Oberhausen
Bio:

Ferdinand Mühlböck wurde 1905 in Oberhausen geboren. Er war Mitglied der KPD ab 1931. Wann er nach Österreich kam, ist nicht feststellbar, jedenfalls übermittelte ihm die österreichische Gesandtschaft in Moskau 1935 eine Bestätigung, dass er in Sachsenburg im Bezirk Spittal an der Drau (Kärnten) das Heimatrecht besitze. Sein Beruf ist in diesem Dokument mit Bergmann angegeben. Auf der österreichischen Gesandtschaft verlängerte er im Sommer 1935 seinen Pass. Auf Basis eines Arbeitsvertrages fuhr Mühlböck im November 1931 nach Russland, um im Kohlebergbau im Kuzbass-Gebiet zu arbeiten. Er arbeitete dort als Hauer, Schlosser und Mechaniker, anfangs in einem Bergwerk bei Anžero-Sudžensk, vorübergehend auch als Betreuer von Ausländern in Novosibirsk. 1933 Heirat mit Elisabeth Budcinski, 1934 Geburt eines Sohnes. Von 1934 bis 1936 lebte Mühlböck in Moskau und arbeitete als Mechaniker in einem Asphaltwerk, 1936 wieder einige Monate in Novosibirsk, ab Oktober 1937 wieder in Moskau. Als Mühlböck am 25. September 1937 unter dem Verdacht der Spionage verhaftet wurde, war er Brigadier im Sanitärtechnik-Betrieb "Santehmontazh" in Moskau. Verdächtig machten ihn seine Kontakte zur österreichischen Gesandtschaft, insbesondere mehrere Treffen mit einem Mitarbeiter der Gesandtschaft namens Vogel (angeblich ein sowjetischer Staatsangehöriger) in einem Restaurant. Am 14. Dezember 1937 wurde Mühlböcks Landesverweisung beschlossen, aber erst Ende Dezember 1938 wurde er über die polnische Grenze ins Ausland abgeschoben.

Web:
www.doew.at/erinnern/biographien/oesterreichische-stalin-opfer-bis-1945/stalin-opfer-m/muehlboeck-ferdinand
Literatur:

Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 154; Mensing, Wilhelm: Von der Ruhr in den GULag. Opfer des Stalinschen Massenterrors aus dem Ruhrgebiet. Essen: Klartext, 2001, S. 289-290

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
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