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Datum:
12. 11. 1918
Ereignis:

Ausrufung der Republik Deutschösterreich. Als der spätere Bürgermeister von Wien, Karl Seitz, im Auftrag der Provisorischen Nationalversammlung den ersten Satz der vorläufigen Verfassung vor dem Parlament verliest ("Österreich ist eine demokratische Republik") stürzen sich Angehörige der Roten Garden auf den Fahnenmast, reißen die Fahne herunter, trennen die weißen Streifen ab und hissen die roten Streifen. Die Nationalräte und Staatsratsmitglieder brechen die Proklamation ab, Julius Deutsch versucht vergeblich zu vermitteln. Die Rote Garde eröffnet das Feuer auf das Parlamentsgebäude worauf die Polizei eingreift. Nach kurzem Feuerwechsel - bei dem es Tote und Verwundete gibt – ziehen sich die Soldaten der Roten Garde zurück. Egon Erwin Kisch besetzt in der Zwischenzeit mit einer anderen Gruppe der Roten Garde [darunter Elfriede Eisler-Friedländer und Karl Steinhardt] die Redaktion der "Neuen Freien Presse", um eine revolutionäre Sondernummer der Zeitung herauszugeben. Als er vom Misserfolg der Aktion beim Parlament hört, rückt Kisch mit seinen Leuten ab

Quellen:

Hautmann, Der November 1918 - eine Revolution? In: Österreich November 1918: Die Entstehung der Ersten Republik. Protokolle des Symposiums in Wien am 24. und 25. Oktober 1978, München 1986, S. 159

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