- Datum:
- 8. 2. 1913
- Ereignis:
Hans Gross schreibt an Alfred Anthony von Siegenfeld: "Ich muß Dich wieder um Hilfe bitten. Otto ist in Berlin, es geht schauerhaft zu; er braucht entsetzlich viel Geld, weil ein Gesindel von 'Freunden' ihm alles wegnimmt, fangt an Wechsel zu unterschreiben etc. Ich habe eine Menge Freunde in Berlin, Gerichts- u. Polizeileute, Psychiater etc. Alle schreiben die liebenswürdigsten Briefe, tun aber nichts. Offenbar trauen sie sich nicht, weil es sich um einen Ausländer handelt. Ich will Dich nun bitten, mir Jemanden beim Konsulat (oder etwa Botschaft?) zu nennen, an den ich mich wenden kann, wenn die Polizei etc. nichts tut. Meine Bitte an den Betreffenden wird wahrscheinlich dahin gehen, daß das Konsulat etc. Otto beobachten lässt (oder unter einem Vorwand vorladet etc.) u. dann beim hiesigen Bez.ger. anzeigt: 'Hier geht ein Oesterreicher herum, der offenbar unter Kuratel gehört - nehmt das zur Kenntnis.' Ich kann diese Anzeige aus leicht begreiflichen Gründen nicht machen."
- Quellen:
Kocher, Otto Gross aus elterlicher und verwandtschaftlicher Sicht, in: Heuer (Hrsg.), Utopie und Eros, Marburg an der Lahn 2006, S. 207
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