Nach dem Studium promovierte er 1923 mit einer Arbeit zur Marxschen Mehrwerttheorie. Der Schriftsteller trat 1930 der KPD bei und war Mitarbeiter der Abteilung Agitprop des ZK der KPD und der "Roten Fahne". 1932 in Moskau Redakteur der "Internationalen Literatur". Sein Werk "Der Herren eigner Geist. Die Ideologie des Nationalsozialismus" erschien 1935 in Moskau, doch im November 1936 wurde er - wie seine Lebensgefährtin
Trude Richter - verhaftet und zu 5 Jahren Lager verurteilt. Er starb im Oktober 1938 in einem Durchgangslager bei Wladiwostok. Das DDR-"Lexikon sozialistischer deutscher Literatur" schrieb über ihn 1964 "Aufgrund falscher Anschuldigungen in der Zeit des Personenkults verurteilt, nach dem 20. Parteitag der KPdSU rehabilitiert". 1981 erschienen im Aufbau Verlag (Berlin/Weimar) ausgewählte Schriften von Hans Günther ("Der Herren eigner Geist"). Im Nachwort hieß es, er sei am 4. November 1936 "unter ungerechtfertigten Anschuldigungen" verhaftet worden. "1956 wurde er von der Regierung der UdSSR rehabilitiert".
Am 6. Oktober 1938 in der Haft verstorben
Richter, Trude: Totgesagt. Erinnerungen. Halle/Leipzig: Mitteldeutscher Verl., 1990; Lukács, Georg, Johannes R. Becher, Friedrich Wolf u.a.: Die Säuberung. Moskau 1936: Stenogramm einer geschlossenen Parteiversammlung. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, 1991, S. 56-57; Jung, Christina: Flucht in den Terror. Das sowjetische Exil in Autobiographien deutscher Kommunisten. Frankfurt/New York: Campus, 2008, S. 279-328