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Name:
Henke, Paul
Geboren:
25. Juni 1891, Krotoschin/Polen
Bio:

Mitglied der KPD, tätig im UB Berlin-Nordwest. Verheiratet mit Dora Henke. Mit der Ehefrau 1930 in die Sowjetunion, Arbeit als Former in der Stahlgießerei in Nadeshinsk. Im Oktober 1937 zusammen mit anderen deutschen Facharbeitern verhaftet. Am 26. Januar 1938 schrieben Dora Henke und Frida Boysen an Wilhelm Pieck in Moskau und baten ihn um Rat, was zu tun sei. Nach der Verhaftung der Ehemänner waren die Frauen mittel- und arbeitslos und befürchteten, demnächst die Kündigung der Wohnung zu erhalten. Dabei wohnten schon zwei Familien in einem Zimmer. Sie teilten Pieck mit, daß sie drei Tage in der Schlange vor dem Gefängnis in Tscheljabinsk angestanden hatten, um ihren Männern Kleidung zu übergeben. "Jetzt haben wir es mit Paketen versucht, die kommen einfach zurück, warum ist uns unbekannt. Wir sind ganz verzweifelt, weil wir nichts von den Männern hören, wir wissen nicht, sind sie gesund oder nicht. [...] Nun Genosse Pieck, wir stehen vor dem Nichts, aber wir wollen und müssen leben." Paul Henke wurde durch die ZPKK am 12. Januar 1957 "nach mutmaßlichem Tod" rehabilitiert.

 

 

Web:
Tod:

Verschollen

Literatur:

Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 96; Hedeler, Wladislaw: Möglichkeiten und Grenzen bei der Erstellung von Kollektivbiographien Dokumente von Gulag-Häftlingen in den Kaderakten der Komintern. In: Buckmiller, Michael u. Klaus Meschkat (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale. Berlin: De Gruyter, 2007, S. 398-399