Johann Hofbauers starb wenige Jahre nach seiner Geburt, die Mutter lebte dann zusammen mit ihrem Sohn als Wirtschafterin bei einem Verwandten namens Altmann, der eine Fabrik für Speise- und Getränkeautomaten besaß. Von 1920 bis 1924 erhielt Johann Hofbauer eine Ausbildung in einer Fachschule für Maschinenbau, anschließend spezialisierte er sich auf Textiltechnik. Er gehörte der SDAP an. Zusammen mit Altmann fuhr er 1926 oder 1927 nach Russland, wo Altmann einen Tochterbetrieb besaß. Hofbauer hatte bereits in Wien im Betrieb Altmanns gearbeitet und setzte diese Tätigkeit in Russland fort. Wahrscheinlich befand sich der Betrieb Altmanns in Kozino im Gebiet Nižnij Novgorod. 1928 kehrte Hofbauer nach Wien zurück. Er fuhr 1929 wieder nach Russland und arbeitete u. a. in einer Textilfabrik in Puškino bei Moskau und einer anderen Textilfabrik in Ivanteevka, unweit von Puškino. Ab 1932 lebte Johann Hofbauer wegen einer Krankheit der Mutter wieder in Wien. Am 1. August 1934 erhielt er an der sowjetischen Botschaft in Wien die sowjetische Staatsbürgerschaft und reiste wieder in die Sowjetunion. Er arbeitete für den Konzern Larjok und wohnte in Žulebino, das damals noch nicht zu Moskau gehörte. Am 11. Oktober 1935 wurde Johann Hofbauer erstmals verhaftet. Er wurde der antisowjetischen Agitation beschuldigt, aber am 10. Januar 1936 freigesprochen. Am 19. März 1938 wurde er erneut verhaftet, er lebte zu dieser Zeit in Zagorsk (Sergiev Posad) und war als Techniker in einer Textilfabrik beschäftigt. Hofbauer, der aus zweiter Ehe zwei Söhne hatte (1935 waren sie zwei und vier Jahre alt) war gerade das dritte Mal verheiratet und hatte einen fünfmonatigen Sohn. Am 2. Juli 1938 wurde er wegen Spionage zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt. Über das weitere Schicksal Hofbauers, der an Epilepsie litt, ist nichts bekannt.
Schicksal unbekannt