Franz Gröschel (Namensvarianten: Groeschl, Kröschl, Grišel') war von Beruf Modelltischler. Im Ersten Weltkrieg diente er in der k.u.k. Armee und geriet 1915 oder 1916 in russische Kriegsgefangenschaft. Nach der Freilassung blieb er freiwillig in der Sowjetunion und arbeitete im Char'kover Traktorenwerk, nach anderen Angaben im Werk für Elektromechanik (Har'kovskij jelektromehanicheskij zavod). Gröschel war ab 1926 Mitglied der VKP (b), er war Funktionär der Gewerkschaft der Modelltischler und Betreuer der zahlreichen Österreicher, die nach 1934 als Schutzbündler nach Char'kov gekommen waren. In einem internen Bericht der Gewerkschaft aus dem Jahr 1935 wird er als zersetzendes Element unter den Schutzbündlern bezeichnet, das trotz langen Aufenthalts in der Sowjetunion nicht die sowjetische Staatsbürgerschaft angenommen habe. In diesem Jahr wurde er aus der Partei ausgeschlossen. Am 23. Juli 1937 wurde Gröschel verhaftet. Am 3. September 1937 wurde er wegen Spionage, Sabotage und Mitgliedschaft in einer antisowjetischen Organisation zum Tod verurteilt und am selben Tag erschossen. Wie sein Arbeitskollege Franz Pazdernik der Gestapo berichtete, bezichtigte ihn Gröschel, der ihm bei einem Verhör gegenübergestellt wurde, der Spionage.
Am 3. September 1037 erschossen