Von 1923 bis 1928 Mitglied der KPÖ. 1935 erfolgte ihre Einreise in die UdSSR. Aufenthalt in Saporoshje (Ukraine). Am 25. Juli 1936 informierte ihr Ehemann Oskar Kiefer den Volkskommissar für Justiz Nikolaj Krylenko und den Generalsekretär der Komintern Georgi Dimitroff über seinen Ausschluß aus der KPdSU(B). Im Brief schilderte er das "Umschlagen der Klassenwachsamkeit in chauvinistische Hetze" gegen die deutschen Facharbeiter in Saporoshje. Oskar Kiefer war nach einer Denunziation in die Mühlen des NKWD geraten. "Heimatlos, arbeitslos, staatenlos - das ist unser Los", fasste er die Situation der Familie zusammen. Maria Kiefer mußte auf dem Markt Kleider verkaufen, um die Miete zahlen zu können. Da Oskar Kiefer ohne sich bei der Deutschen Sektion zu melden, in die UdSSR eingereist war, lehnte die KPD-Führung in Moskau im August 1936 jede Hilfe mit der Begründung ab, es lägen der Kaderabteilung keine Informationen über ihn vor. Am 10. Januar 1938 wurde Maria Kiefer von der Sonderberatung des NKWD als "Angehörige eines Verräters an der Heimat" zu fünf Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 20. August 1941 aus dem SEGEShLagi im KARLag eingetroffen, am 29. August 1943 verstorben.
Am 29. August 1943 im KARLag verstorben
Hedeler, Wladislaw: Möglichkeiten und Grenzen bei der Erstellung von Kollektivbiographien Dokumente von Gulag-Häftlingen in den Kaderakten der Komintern. In: Buckmiller, Michael u. Klaus Meschkat (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale. Berlin: De Gruyter, 2007, S. 400