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Name:
Kemmeries, Otto
Geboren:
4. März 1886, Gelsenkirchen
Bio:

Bergmann seit 1907, 1909 Heirat mit Minna Schedlensky, 1921 Geburt des Sohnes Hans. 1924 Umzug nach Duisburg-Beeck, dort Arbeit auf dem Thyssen-Schacht Beeckerswerth. 1926 Mitglied des Arbeiter-Samariterbundes, zeitweise dessen technischer Leiter und im Freidenkerbund sowie der Roten Hilfe. Am 25. August 1932 mit der Familie zur Arbeit in die Sowjetunion - nach Prokopjewsk. Dort Arbeit auf dem Koksschacht Stalin, Schießmeister. Am 19. Juni 1937 verhaftet. Während der Vernehmungen mußte Kemmeries neun Tage und Nächte in der Ecke des Vernehmungszimmers stehen. Wenn er umfiel, wurde er geschlagen, bis er wieder aufstand. Als er sich weigerte, das Vernehmungsprotokoll zu unterschreiben, wurde ihm gedroht, Frau und Sohn festzunehmen. Der Sohn wurde im Juli 1937 festgenommen, aber am nächsten Tag wieder entlassen. Im Januar 1938 unterschrieb Otto Kemmeries ein Geständnis. Vom Militärgericht in Nowosibirsk wurde er zu 25 Jahren Haft und Vermögenseinzug verurteilt. Am 16. Januar 1938 fuhr Minna Kemmeries mit dem Sohn von Prokopjewsk zurück nach Deutschland. Otto Kemmeries wurde in das Vollzugsgefängnis in Tomsk gebracht, von dort nach Sol-Iletzk, später in die Gefängnisse auf der Insel Solowki und in Orel, zuletzt nach Moskau. Im Dezember 1939 erhielt er die Mitteilung, seine Strafe sei in Ausweisung abgeändert worden. Am 15. Dezember wurde er nach Brest-Litowsk zur Grenze transportiert. Der SD hielt ihn über einen Monat im Lubliner Gefängnis fest, ehe er ihn nach Deutschland entließ. 

Web:
Tod:
Literatur:

Mensing, Wilhelm: Von der Ruhr in den GULag. Opfer des Stalinschen Massenterrors aus dem Ruhrgebiet. Essen: Klartext, 2001, S. 238-239