Am 1. August 1930 mit der Ehemann Willi und den beiden Söhnen Heinz und Alfred zur Arbeit in die UdSSR nach Krasni Lutsch. 1932 folgte auch der Bruder des Ehemanns, später auch dessen Familie. Am 19. Juli wurde Willi Herzig auf der Arbeitsstelle verhaftet, am 31. Juli auch Karoline Herzig. In der Haft unterschrieb sie die übliche NKWD-Verpflichtung und erhielt die Schein-Quittungen über empfangenen Agentenlohn. Karoline Herzig blieb noch bis zum Mai in Haft. Dann bekam sie die Ausweisungsorder und wurde am 24. Mai abgeschoben. Der Ehemann gilt - wie dessen Bruder - als verschollen, 1954 ließ ihn seine Ehefrau für tot erklären.
Mensing, Wilhelm: Von der Ruhr in den GULag. Opfer des Stalinschen Massenterrors aus dem Ruhrgebiet. Essen: Klartext, 2001, S. 234; Schmidt, Ernst: Die Herzig-Familie aus dem Essener Norden, in: Ders.: Lichter in der Finsternis. Essener Opfer der Stalin-Ära, oppositionelle Linke und Fahnenflüchtige 1933-1945. Bd. 3. Essen: Klartext, 1994, S. 39-49