Der Dreher Franz Pühringer wurde 1908 in Vorchdorf im Bezirk Gmunden geboren. Er war Mitglied der SDAP und des Schutzbundes. 1929 arbeitete Pühringer ein Jahr in Frankreich. Er kehrte dann wieder nach Steyr zurück, von wo er im Oktober 1932 nach Russland auswanderte, wahrscheinlich wegen Arbeitslosigkeit. Pühringer lebte im Kuzbass-Gebiet in Westsibirien und nahm dort im Mai 1933 eine Russin zur Frau. Im März 1935 wollte er seine Mutter in Fischböckau (Gemeinde Vorchdorf) besuchen, er traf sie jedoch nicht mehr lebend an. Am 8. Juni 1937 wurde Pühringer in Kemerovo verhaftet. Sein Fall wurde am 12. September 1938 von Stalin, Molotov und Ždanov dem Militärkollegium des Obersten Gerichts übertragen (in der gleichen Liste wie Robert Fenzl, der ebenfalls ein Kategorie-2-Urteil erhielt). In der Folge wurde Pühringer wegen Spionage zu zwanzig Jahren Lagerhaft verurteilt. Franz Pühringer starb – nach Gestapoangaben – bald darauf im Gefängnis von Zlatoust im Ural an Lungenentzündung.
Verschollen
Weber, Hermann: "Weiße Flecken" in der Geschichte. Die KPD-Opfer der Stalinschen Säuberungen und ihre Rehabilitierung. Berlin: LinksDruck, 1990, S. 109; Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 176