Max Weber schreibt aus Ascona an Marianne Weber: " ... saß ich gestern bei Frieda Schl[offer] am Kamin. Sie hat viel Aussprache-Bedürfnis. Dies Leben ist doch arg zerstört. Wie, ist schnell erzählt. Schon vor der Ehe mit Otto Gr[oss] war diesem dementia praecox diagnostiziert, das hatten die Eltern verschwiegen. Dann kam es, wie Jaspers von Bl[och] prophezeite: sie wurde wahnsinnig geistig in Anspruch genommen, ganz "gefressen", ohne alles Erbarmen und dazu die - sie gesteht es - seelisch furchtbar strapazante Polygamie. Wer damit anfing, ist ja einerlei: sie habe die Ansprüche des Mannes einfach nicht leisten können geistig, sei absolut nervös vernichtet gewesen und habe "das Andre" haben müssen (aus umgekehrtem Grund also wie Else!)."
Weber, Briefe 1913-1914, Tübingen, 2003, S. 182