Eduard Schiemann schreibt aus München, Hohenzollernstr. 54.IV an Wassily Kandinsky in Murnau: „Das Buch habe ich gestern geholt / (? Tsora) und durchgelesen. Eins ist sicher, - man muss vieles streichen und weglassen, um es für die deutschen Leser zu machen, d.h. interessant. Ihr Gedanke, Holzschnitte dazu zu geben lockt mich so sehr, dass ich darüber nachdenke, ob man nicht etwas besseres finden könnte in der russischen Literatur. Vielleicht von den Alten, od. Märchen, in Prosa freilich, Ilja Muromez, der Nischegordische Kaufmanns-Sänger? Oder: ich habe gedacht an einige Novellen von Tschechoff, die meines Erachtens das Beste sind, was in den letzten beiden Dezennien in Russland geschrieben worden ist. [...] Augenblicklich übersetze ich Przybyszewsky, - einen neuen Roman von ihm. Die Autorisation hat er mir erteilt, - der Verlag - noch unsicher. Es ist eine schöne Arbeit.“
Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München