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Eduard Schiemann - der “lange Russe” mit dem unfehlbaren System PDF Drucken E-Mail
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Eduard Schiemann

1905 kommt Franziska Schiemann, geb. Beckmann, nach München. Die 43-jährige Witwe des Kaufmanns Eduard Schiemann sen. (gest. 1908) sieht in der bayerischen Hauptstadt womöglich für sich und ihren 19-jähriger Sohn die günstigsten Möglichkeiten für eine weitere Existenz. Schließlich lebt in München mit Agnes Schiemann eine Verwandte, hier bietet sich außerdem für den am 14. Mai 1885 im russischen Saratow geborenen Sohn, eine gute Gelegenheit, seine Studien fortzusetzen. Noch studiert er - der wie der Vater den Namen Eduard (Gustav) trägt - in Karlsruhe, aber schon im Februar 1906 zieht auch er nach München, bezieht mit der Mutter eine gemeinsame Wohnung in der Mandlstr. 1a/III, und will sein Studium an der Kunstakademie fortsetzen. Eduard Schiemann ist von auffallender Gestalt, schlank, gutaussehend und fast zwei Meter groß. Er wird recht schnell in der Münchener Bohème heimisch: Im Juli 1908 notiert Franziska Gräfin zu Reventlow in ihrem Tagebuch:

Die letzte Nacht bei Schiemann geschlafen, sassen Abends im Leopold Lisa u. ich ganz melancholisch, dass es nur Trennung u. kein Obdach mehr giebt. Sie zog mit Willy Müller ab, mich führte Sch. heimlich zu seiner Höhle, wo Bubi schon schlief. Zündhölzer vergessen u. mich etwas verzweifelt in der fremden dunklen Wohnung herumgetappt.
 Bett entsetzlich schmal, schliesslich mich auf den Boden gelegt, erst gegen Morgen etwas geschlafen. Früh mit Bubi gesentimentalt, es war uns doch etwas leid, im Sommer hat wenigstens das grosse Atelier seinen Reiz gehabt mit Vogelzwitschern u. Frühsonne. Und die Gewitter Nachts.
 Den Morgen ganz verkatert, noch die letzten Gänge gethan u. den Packern zugesehen. Nach Tisch zu Strahlendorff ausgeruht, Café getrunken, warmes Bad genommen. Abend Bubi u. ich zu Friess übergesiedelt. (Reventlow, Wir sehen uns ins Auge, das Leben und ich, S. 491)

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 17. November 2014 um 18:35 Uhr
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... welch eine Flamme war verloht - Richard Oehring PDF Drucken E-Mail
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(Otto Hermann) Richard Oehring (1) wurde am 16. Juni 1891 in Düsseldorf als Sohn eines protestantischen Oberpostdirektors geboren. Mit 17 Jahren geht er zusammen mit Alfred Wolfenstein in eine Klasse des Luisenstädtischen Gymnasiums in Berlin. 1909 Abitur. Er zählt zum Freundeskreis der Dichterin Henriette Hardenberg und ihres Bruders Hans. Er nimmt ein Studium in München auf und stößt zusammen mit seinem Bruder Fritz zum Kreis um Erich Mühsam und die Gruppe “Tat”, der auch Oskar Maria Graf, Franz Jung und Georg Schrimpf angehören angehören. Zurück in Berlin schreibt er als Wirtschaftsjournalist Beiträge für “Buchwalds Börsenberichte”. Ab 1912 arbeitet er für die "Die Aktion" und veröffentlicht dort eigene lyrische Werke. Die Novelle “Der Käfig” entsteht. 1913/1914 gehört er zusammen mit Gottfried Benn, Paul Boldt, Alfred Lichtenstein, Franz Pfemfert und anderen zu den Protagonisten der Autorenabende der "Aktion".

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. August 2013 um 21:54 Uhr
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Wie ein alter Ägypter - Sigmund Freud über Methode und Schriften des Otto Gross PDF Drucken E-Mail
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Im Londoner Freud Museum sind Teile der Bibliothek Sigmund Freuds erhalten, darunter drei Schriften von Otto Gross. Das Exemplar der Monographie "Das Freudsche Ideogenitätsmoment und seine Bedeutung im manisch-depressiven Irresein Kraepelins" enthält eine handschriftliche Anstreichung Freuds, auf die unten näher eingegangen wird. In welchem Umfang hat Sigmund Freud überhaupt - so weit dies heute rekonstruierbar ist - das Werk von Otto Gross rezipiert?

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 18. März 2012 um 15:36 Uhr
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Schnee durch Therapie - Die Behandlung der Schwestern Zweig PDF Drucken E-Mail
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Eine bizarre Aktion ...

Am 9. November 1913 wird der österreichische Arzt Dr. med. Otto Gross in Berlin in der Wohnung von Franz Jung (Holsteinische Str. 13) verhaftet und kurz darauf des Landes verwiesen. Als Drahtzieher dieser Aktion entpuppt sich der Vater, Prof. Dr. jur. Hans Gross. Otto Gross wird an die österreichische Grenze gebracht und von dort in die Landesirrenanstalt Tulln eingewiesen.

... und die Folgen

Der Vorgang mobilisiert eine breite Öffentlichkeit, darunter Freunde wie Gegner von Otto Gross, die in der Aktion sowohl einen flagranten Eingriff Österreichs in die Souveränität des Deutschen Reiches sehen, wie eine unrechtmäßige Handlung der deutschen Polizei, die aber auch den Versuch des konservativen Vaters, des unbotmäßigen Sohnes habhaft zu werden, anprangern.

Arnold Zweigs Einsatz für Otto Gross

Zu den Gegnern von Otto Gross, die sich gleichwohl der Solidaritätskampagne für ihn anschließen, gehört neben Ludwig Rubiner auch der Schriftsteller Arnold Zweig (10. 11. 1887 - 26. 11. 1968), der seinen Intentionen in einem Beitrag in der Zeitschrift "März" am 17. Januar 1914 Ausdruck verleiht. "Uns bleibt", schreibt Zweig, "nur das Elend des Protestierens" (S. 106), bekennt aber zugleich auch seine Distanz zu Gross: "Ich bin ein radikaler Gegner des Theoretikers Otto Groß. Ich gedenke hier keine Darstellung seiner Gedanken über Kultur zu geben, noch auch eine der meinen. Genug sei, daß ich keine einzige seiner Folgerungen und Einstellungen annehmen könnte; daß ich auch glaube, ihnen logisch widerlegend und psychologisch deutend zu Leibe rücken zu können." (Ebenda)

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 31. Mai 2014 um 09:29 Uhr
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